Operation

Mondenkind, Friday, 07.05.2010, 17:35 (vor 5949 Tagen) @ Kermit

Hallo Kermit,

ich habe mich letztes Jahr im Septemper in der Uniklinik Bonn operieren lassen (linker Hippocampus wurde entfernt).
Weißt du, was bei dir der Auslöser der Anfälle ist??

Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber mir hat es sehr geholfen, dass mein Mann bei den ärztlichen Beratungen immer mit dabei war. So hatte ich noch jemanden dabei, der auch an Fragen dachte, bzw. sich Dinge merken konnte... ;-)

Ich weiß, dass ich gegen 7:30 h in den OP-Saal kam, an meinen ersten Blick auf die Uhr erinnere ich mich gegen 13:30 h - da war ich noch auf der Intensivstationl.

Ich lag 9 Tage im Krankenhaus (Freitag, 11.09. war ich dort, sie haben verschiedene Untersuchungen gemacht und schon mal "Stellen markiert", wo genau der Schnitt der OP sein wird, dann nach Hause und Sonntag wieder rein. Montag, 14.09. war dann die OP und darauf die Woche Dienstag bin ich dann wieder nach Hause). Zwei Wochen später bin ich zur Reha nach Bad Wildungen. Dort war ich 4 Wochen.

Ich war dann noch bis Dezember krankgeschrieben und habe dann von 01.01.2010 wieder in kleinen Schritten gearbeiten. Im Januar 4, im Februar 5 und im März 6 Stunden. Im April sollte ich dann mal 7 Stunden probieren, es hat aber nicht so gut geklappt... - man hatte mir das vorher gesagt, dass es sein könnte, dass ich "nur" noch 6 Stunden täglich arbeiten kann. Ich habe es auch im März schon gemerkt, je nachdem, was auf der Arbeit war (ich betreue Jugendliche in der Berufsvorbereitung) - haben mir dann auch die 6 Stunden gereicht.

Jetzt seit Mai habe ich dann meinen Arbeitsvertrag auf 6 Stunden kürzen lassen... war eine schwere Entscheidung, aber ich denke da eher an meine Gesundheit, als an meine Arbeit... - vor allem da der Vertrag eh im Juli endet...

Du musst abwägen, Vor- und Nachteile der OP. Bei mir lag die Wahrscheinlichkeit einer Anfallsfreiheit ohne OP bei 0 %, mit OP bei 80 %, eine Besserung bei 95 %...

Auch haben mir Gespräche sehr geholfen. Mit meinem Mann, seiner und meiner Familie und Freunden. Und auch die Erkenntnis, egal war passiet, sie stehen immer hinter mir.

Vielleicht hilft es dir auch dir eine 2. Meinung zu holen. Das schadet nie und steht dir auch zu. Mir hat dies geholfen, mich für die Op zu entscheiden, trotz der "Nachteile", die passieren könnten.
Der Nachteil mit dem nur 6 Stunden am Tag arbeiten zu können, ist zwar eingetreten, aber dafür
- bin ich anfallsfrei
- kann in ca. einem Jahr wieder Auto fahren
- die Angst, dass ein Anfall kommt ist zwar manchmal noch da, wird aber immer kleiner und seltener...
- etc.

Viele liebe Grüße
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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