Operation
Hallo Jeannette,
ich bin im Juni 2006 am rechten Temporallappen (Hippocampus-Sklerose nach Fieberkrampf im Kleinkindalter) operiert worden, nehme weiterhin Medikamente, die Ärzte hatten mir bereits vor 2 Jahren eine Reduzierung vorgeschlagen, aus Angst vor neuen Anfällen habe ich davon nicht Gebrauch gemacht. Die Tabletten Keppra (500 --- 500 mg) und Trileptal (450 --- 450 mg) belasten mich nicht.
Hinzu kommt, dass ich im September 2008 auf dem Fahrradweg angefahren worden bin. Dabei ist es zu einer Densfraktur Typ II gekommen, auf gut Deutsch heißt das ein Genickbruch. Die Verschraubungen der Wirbel hatten bisher zwei große Operationen zur Folge, einmal ventral und einmal dorsal. Einer der Gründe, die Medikation unverändert zu lassen. Ich bin postopertiv anfalls- und aurenfrei.
Habe mich nach der OP lange Zeit geschont und das Erlebte dokumentiert. Hier ein Ausschnitt meiner Aufzeichungen. Die Operation mal spaßig verbal skizziert. So kann man es sich ganz gut vorstellen. Ferner findest Du im Anhang dieses Schriftsatzes einen Link, der dich auf eine PDF-Datei führt, Autoren sind Ärzte und Chirurgen aus Bethel.
Viele Grüße
Anton
Xxx
Bei der Epilepsie-Chirurgie handelt es sich um einen Eingriff am offenen Gehirn, eine stereotaktisch, computergesteuerte Operation. Eigentlich ganz leicht. Es wird erst das Haar abgeschnitten, dann schneidet man einen Hautfetzen am Kopf weg, die Wurzeln des Haares bleiben dabei unbeschädigt, und klappt das Ganze herüber. Ungefähr so, als wenn Du einen Apfel schälst und plötzlich aufhörst und die Schale herüberbiegst.
Vor der Narkose haben die Ärzte schon die Stelle markiert. Dort wird zuerst ein Loch gebohrt und dann mit der Stichsäge der Knochen herausgesägt. So ungefähr eigroß. Dort am Knochen zum Kopf herein setzt man den Apparat für das Messer an und befestigt es mit einer Schraubzwinge an der dafür geschaffenen Öffnung. Und dann arbeitet das Messer so schnell, das es gar nicht zu sehen ist. Wenn die störenden Gewebsfetzen herausgeschitten sind, setzt man den Knochen wieder ein, befestigt ihn mit Keilstücken und legt die Haut darüber. Alles dauert zwischen zwei und fünf Stunden. Zum Schluss wird das Ganze geklammert, Du bekommst einen Turban auf und fertig ist die Sache.
Der Witz ist, dass die Epilepsie-Chirurgie mit der Schönheits-Chirurgie auf einer Stufe steht. Du kannst keinen Arzt dazu verpflichten, dich zu operieren. Es kann alles passieren, damit ist aber nicht zu rechnen.
Xxx
http://www.thieme.de/specials/ebner/pdf/gesamt.pdf
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