Cannabis und Keppra

Anton, Saturday, 29.05.2010, 22:15 (vor 5926 Tagen) @ Alina15

Hallo Alina,

es gibt nur wenig Menschen, die wirklich ganz gesund sind. Das ist zwar kein Trost, aber ein Beweis, dass sich mit einer Krankheit ganz gut leben lässt. Du darfst dich nur nicht an den Meinungen Deiner „Freunde“ orientieren, sie ist falsch. Dass sie keine wirklichen Freunde sind, beweisen sie mit der Abkehr von dir. Sie lassen dich in der Not alleine.

Ich habe mir angewöhnt, dass man als Kranker ganz schön viel selbst machen kann, um den Zustand zumindestens ein bisschen zu ändern. Das geht nur in kleinen Schritten. Wenn Du alle Tipps, die ich dir an meine Zeilen hefte, beachtest, dürftest Du kaum noch Anfälle bekommen. Und wenn die Anfälle weniger werden, hast Du auch wieder mehr Mut. Es gibt bestimmt noch andere Dinge als die Disko, die Drogen oder der Alkohol. Es gibt interessante Bücher, schöne Sendungen im Fernsehen. Und jede Menge Vereine, einen davon findest auch Du bestimmt ganz gut.

Wenn Du Eltern hast, musst Du ihnen sagen, was Du ändern möchtest. Dass sie für dich einen guten Arzt suchen sollen, weil der jetzige dir nicht glaubt. Es gibt viele Möglichkeiten, sein Leben zu verbessern.

Bist Du schon einmal in einem Epilepsie-Zentrum gewesen. Dort sind sehr gute Ärzte, vielleicht können sie helfen. Du hast bestimmt einen Neurologen. Sage ihm bitte, dass Du den Zustand ändern möchtest. Dass Du dir ein Leben mit weiterhin so vielen Anfällen nicht wünscht. Frage ihn bitte, ob er nicht Fachärzte kennt, die dir helfen können.

Dir kann es nur besser gehen, wenn Du ganz klein beginnst. Immer einen Schritt nach dem anderen machen. Deine Freunde stehen dir dabei nur im Weg. Du bist stark und kannst es schaffen.

Liebe Grüße
Anton


Wie kann ich die Zahl der Anfälle reduzieren und dabei dem Arzt und mir selbst helfen?

a) Die regelmäßige Medikamenteneinnahme ist das A und O einer erfolgreichen Therapie.
b) Eine Änderung der Tabletteneinnahme sollte grundsätzlich nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
c) Abweichungen der Wirksamkeit bei Generika oder bei Re-Importen von den Originalmedikamenten sollten unverzüglich dem Arzt mitgeteilt werden. Der Arzt sollte möglichst das aut idem Kreuz markieren und den Hersteller des Mittels auf das Rezept schreiben.
d) Ein Anfallskalender sollte sorgfältig geführt werden.
e) Wenn Angehörige oder Dritte den Anfallsablauf genauesten aufschreiben, kann es für den Arzt eine große Hilfe sein. Anhand dieser Aufzeichnungen (u. U. auch Videoaufnahmen) sieht er, welcher Anfallstyp es ist und kann die Krankheit dementsprechend besser therapieren.
f) Auf Alkohol sollte möglichst ganz verzichtet werden, ebenso auf Flackerlicht in der Diskothek.
g) Für den Schlaf gilt: Es darf nicht zum Schlafentzug kommen. Der Schlaf-/Wachrhythmus muss eingehalten werden.
h) Ein Besuch alle Vierteljahr beim Neurologen ist sinnvoll (Blutserumkontrolle und EEG-Messung).
i) Die Richtlinien „Epilepsie und Führerschein“ sollten beachtet werden.
j) Die Behandlung sollte nur durch einen Facharzt für Epilepsie erfolgen.


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