Psychische Probleme, Epilepsie
Hi!
Erst mal zum Thema Generika:
Also bei mir weißen meine Epileptologen von der Uniklinik in den Schreiben an meine Neurologin immer wieder darauf hin, immer genau dasselbe Präparat zu verschreiben und aut-idem durchzustreichen. Wenn es sich, weil ein Präparat eines Herstellers vom Markt genommen wird, nicht vermeiden lässt, auf ein anderes Generikum umzustellen, sollte dies meines Wissens nach fast so erfolgen, als ob man auf ein ganz neues Antiepileptikum eingestellt werden würde.
Ich hatte des Problem mit so Sachen wie Herzrasen etc. in dem Zusammenhang mit Wechsel zwischen Generika auch schon, als ich mich selbst noch nicht so mit der Materie beschäftigt hatte, obwohl ich damit bereits damals lange Zeit von Epilepsie betroffen war.
Die Generika und Originalpräparate haben zwar den gleichen Wirkstoff, aber nur seltenst die gleiche Bioäquivalenz. Die Aufnahmegeschwindigkeit in den Körper ist bei ihnen unterschiedlich. Dadurch kann es beim raschen Wechsel zwischen verschiedenen Antiepileptika mit dem gleichen Wirkstoff in der gleichen Konzentration zu Medikamentenspiegelschwankungen im Blut kommen, was Nebenwirkungen auslösen/verstärken kann, bis hin zu einer gesteigerten Anfallshäufigkeit.
Über diese Gefahr wird meiner Erfahrung nach und was ich bei einer soziopsychologischen Beratungsstelle(Rummelsbacher Werke) erfahren habe, Seitens der nicht weiter spzialisierten Neurologen, im Gegensatz zu Epileptologen, oft nur unzureichend aufgeklärt.
Zum Thema Psyche:
Wenn Du den Eindruck hast, manisch-deppresiv zu sein oder vor einem Burn-Out zu stehen, solltest Du in dem Zusammenhang vielleicht einmal einen Psychologen, eine Selbsthilfegruppe oder einfach erst einmal auch eine psychosoziale Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie aufsuchen.
Von Aufputschmitteln für Prüfungen rate ich persönlich grundsätzlich ab, solange kein driftiger medizinischer Grund dafür besteht. Wie Du schon sagst: Du bist, wie die meisten Menschen, die einfach so Epilepsie haben, normal intelligent - und im Gegensatz zu einer ganzen Reihe von Leuten, die nicht damit zu kämpfen haben und sicherlich genauso wenig wie Du auf den Kopf gefallen sind, hast Du trotz der Widrigkeiten der Krankheit einen Ausbildungsplatz.
Abgesehen davon, dass medikamentöse Aufputschmittel auch Anfälle provozieren können, ist bei Dir, wenn ich mir so durchlese, wie Du Dich fühlst, wohl Deine - ich nenne es einmal innere Demotivation - Dein größter Nachteil, den Du mit ein klein wenig Hilfe sicherlich in den Griff bekommen kannst.
Mit einem Lächeln auf den Lippen lernt es sich einfach leichter und effektiver - ich spreche da aus Erfahrung, ich bin Student.
Wie groß bist Du denn und was wiegst Du, wenn Du sagst, Du fühlst Dich zu leicht? Hat ein Arzt in letzter Zeit einmal Dein Gewicht überprüft? Untergewicht kann den Stoffwechsel verlangsamen und trotz einer ausgewogenen Ernährung können dadurch Mangelerscheinungen auftreten, da dem Körper eventuell gewisse Nährstoffe nicht immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. So etwas könnte sich, vermute ich einfach einmal, auch auf die Produktion von Hormonen - darunter auch Endorphine - auswirken und dadurch zu einer Depression führen bzw. eine solche verstärken.
Den Sport wieder aufzunehmen, würde Dir sicherlich gut tun. Abgesehen davon, dass dabei i.d.R. eine ganze Menge Endorphine ausgeschüttet werden, kämst Du mehr unter Menschen, bei denen Du Dich Nebenbei auch einmal auskotzen könntest - so was tut echt gut. Und vielleicht würdest Du dadurch auch ein wenig zunehmen - hört sich vielleicht im ersten Moment für manche seltsam an, aber durch Sport legt man nun einmal im Regelfall an Muskelmasse zu.
Wenn Du Angst vor einem Tumor hast, würde ich vorschlagen, Du schlägst einfach zwei Fliegen mit einer Klappe: Du lässt das MRT-Bild machen, dass Du ja, wie Du eh schon sagtest, schon länger machen lassen willst, auch wenn es Dich Überwindung kostet.
Sieh's mal von der Seite: Sollte der äußerst unwahrscheinliche Fall, dass Du einen Tumor hast und der der Auslöser Deiner Anfälle ist, gegeben sein, wäre der erst einmal da, ganz gleich ob er in einem MRT gefunden wird oder nicht. Wäre jedoch einer da, den man finden würde, dann besser möglichst heute als morgen, weil sich in frühen Stadien daran noch vernünftig etwas machen lässt. Wenn keiner da ist, kannst Du beruhigt sein und vielleicht bist Du dann diese Angst los.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
gesamter Thread:
- Psychische Probleme, Epilepsie -
gravel,
03.09.2011, 15:39
- Psychische Probleme, Epilepsie - huge88, 03.09.2011, 17:54
- Psychische Probleme, Epilepsie - Snowbell, 03.09.2011, 19:19
- Psychische Probleme, Epilepsie -
gravel,
04.09.2011, 00:14
- Psychische Probleme, Epilepsie - Green, 04.09.2011, 10:59
- Psychische Probleme, Epilepsie -
teilchenschubse,
05.09.2011, 12:28
- Psychische Probleme, Epilepsie - gravel, 05.09.2011, 18:05
- Psychische Probleme, Epilepsie - bigback, 07.09.2011, 14:06