Aura, weil wieder emotional erpresst

mezeg, München, Wednesday, 11.07.2012, 10:14 (vor 5150 Tagen)

Hallo,

ich betreue ehrenamtlich seit fast einem Jahr das Mädchen L. im Rahmen eines Bildungsprojekts und kann die Gleichgültigkeit der Mutter ihr gegenüber und deren unverschämte Erwartungen mir gegenüber schwer ertragen. Weil sie mich im Dezember gewzungen hat, L. ins Schwimmbad zu bringen, obwohl ich das nicht darf, bekam ich eine Reihe Auras, woraus der Neurologe die Dosis erhöhte. Ich bekam Unterstützung von den Sozialarbeiterinnen.
Die Mutter bat mich nun darum, L. das Radfahren beizubringen. Das kann ich, hatte sogar bei einem Kurs für Erwachsene kräftig geholfen.
L. erzählte mir von ihrem Fahrrad, dass die Mutter aber aufpumpen sollte. Da war ich schon auf dem Hut und nahm Pumpe und Zange mit. Die Mutter holte aber ein Rad, dass nicht zu L. Erzählung passte: groß, Stange, zu hohen Sattel, also Rad von ihrem Bruder. Ich monierte es, besonders den Sattel, aber die Mutter hatte natürlich kein Werkzeug. Da machte ich den Fehler, L. zuliebe, das Rad mitzunehmen und es auf halber Strecke mit meinem Schloß festzumachen, um mit L. bei mir einen Satz Imbus-Schlüssel und Kriech-Öl zu holen.
Auf dem Rückweg zum Rad bekam ich eine Aura, kurz Unfähigkeit Wörter zu denken und auszusprechen, wußte aber, wo ich war und was ich tat. Aber Erschöpfung, ich hätte L. am liebsten nach Hause gebracht. Dann mit Kriech-Öl und Imbus doch mit viel Mühe - eingerostet - den Sattel runtergesetzt aber es war hoffnungslos. Ich mußte vor allem L. klar zu machen, wie sie ihren Helm auf- und zumacht, wegen der Stange rauf und runter geht, den Lenker halten sollte, die Bremsen betätigen sollte und ständig neben ihr laufen, klar, dass sie keine Chance hatte.
Zurück bei ihr gab sich die Mutter wie immer keine Mühe in den Hof rauszukommen und das Rad und meine Bemerkungen (!) in Empfang zu nehmen. Dann habe ich laut gesagt, dass ich den Sattel nicht wieder nach oben stelle und sie tat dann, als sie nicht wußte, dass dieses Rad definitiv nicht paßt, und das Rad von L. müßte sie doch aufpumpen. Ich schätze dazu, dass die Schläuche wegen langes Stehens kaputt sind.
Und ich bin heute mit einem schlimmen Albtraum erwacht: Mußte ein kleines defektes Rad auf einer 40 Km-Strecke probieren, als Schleife für mich kein Problem, aber es handelte sich um eine gerade Strecke, ich kam an in das Unbekannte, mußte das Rad durch mehrere gepanzerte Türe durchziehen (ich bin klaustrophobe), vergass es irgendwo, bekam keine Auskünfte, wo ich bin etc, stieg in einen Bus und landete nachts an ein verschneites Feld.

Ich wollte seit lange der Mutter meine Wut ins Gesicht schleudern, tat es wegen L. nicht. Heute morgen nehme ich das Handy: Ihre Nummer hat sie schon wieder (zum 4. Mal...) geändert. Meine Tochter sagt mir noch, wenn ich aufgebe, bestrafe ich nicht die Mutter sondern das Mädchen. Das hat mir den Rest gegeben. Der Projektleiterin habe ich auf Anrufbeantworter erklärt, dass ich es jetzt gesundheitlich nicht mehr hinbekomme und warum.
Und ich kann das Heulen weiterhin nicht unterdrücken.

Ich weiß, dass Ihr alle weitaus belastendere Probleme habt wie ich, aber ich mußte mich ausweinen. Die Tochter sagt immer, ich sollte mich deswegen nicht aufregen aber ich kann es seit der OP nicht mehr unterlassen.

mezeg


gesamter Thread: