kostenlose Online-Studie zur Depressionsbehandlung
Hallo mezeg,
ich habe Verständnis für die Fragen, wäre aber dankbar, wenn diese offen gestellt werden und nicht mit hämischem Unterton bzw. kränkenden Unterstellungen. Ich diskutiere gerne mit Ihnen und finde es nachvollziehbar, dass die Studie kritisch hinterfragt wird, aber ich finde das man nicht jeder Frage gleich eine mögliche Antwort beistellt, die meine Redlichkeit in Zweifel zieht.
Zu den Fragen:
"Daß bereits entwickelte Medikamente an (hoffentlich!) freiwilligen Probanten getestet werden müssen, ist mir klar."
Mögliches Missverständnis. Hier wird kein Medikament getestet; die Studie nimmt auch keinen Einfluss auf die aktuelle Behandlung.
"Ich verstehe daher nicht, warum Sie Probanten über ein anonymes Forum suchen und nicht über entsprechenden Neurologen, die ihre Patienten je nach Gesundheits- und Gemütszustand sorgfältig und fürsorglich "selektieren", untersuchen und beraten können?"
Dies machen wir ebenfalls. Es gibt verschiedene Rekrutierungsquellen, u.a. auch über das Epilepsiezentrum Alsterdorf sowie weitere niedergelassene Therapeuten. Depression ist jedoch eine Störung, die häufig mit Stigma und Scham einhergeht, weshalb sich viele Betroffene weder ihrem Behandler noch nahestehenden Personen anvertrauen. Nach neueren Schätzungen z.B. der WHO erhalten nur ca. 40% derjenigen, die eine Behandlung wg. Depression nötig hätten, eine professionelle Therapie. Neben Problemen auf der Angebotsseite wird hierfür in der Literatur immer wieder angeführt, dass viele Betroffene Ängste haben, über ihre Störung zu sprechen. Um die "Unbehandelten zu behandeln" sind anonyme online-Angebote eine mögliche Maßnahme. Ich forsche v.a. zu Zwang und Schizophrenie. Hier ist die Scham, sich in Behandlung zu begeben noch größer, so dass wir uns Kollegen versuchen diese Personen, die (noch) nicht bereit sind, den Fuß in eine psychologische Praxis oder gar Psychiatrie zu setzen, online zu behandeln.
"Kann sich doch jeder bei Ihnen sogar unter falschen Voraussetzungen anmelden, Hauptsache Sie kommen auf die notwendige Anzahl? Dann könnte ich mich auch anmelden: 65 Jahre, fortgeschrittenen Alzheimer bei meiner Mutter, desöfteren Suizidgedanken, bis jetzt nur passiver Art (Würde ich wegspringen, wenn ein Schnellzug auf mich zurasen würde?..."
Berechtigte Frage aber wieso der aggressive Tonfall ? online Studien sind in der Tat dem potenziellen Einwand behaftet, dass sich ja jeder anmelden könnte, ob erkrankt oder nicht und die Datenqualität damit vermindert sei ggü Studien mit Interview-basierten Fremdbeurteilung. Daher wenden wir und andere Forscher eine Reihe von statistischen Prüfverfahren an, die die Konsistenz der Antworten beurteilen (sog. Re-Test-Zuverlässigkeit, Homogeneitäts-Tests, Verwendung normierter Skalen zur Messung der sozialen Erwünschtheit, Offenheits-Skalen). In bisherigen Studien war die Datengüte und insb. wieder Wiedererreichungsquote sehr gut. In einer neuen wissenschaftlichen Arbeit (englisch), die ich gerne zugänglich mache ebenso wie unsere frühere Studie zu deprexis (einfach kurze email an moritz@uke.de) haben wir daher untersucht, ob man die Daten von Personen, die angehalten wurden eine falsche Identität anzunehmen von denen Personen unterscheiden kann, bei denen neben online Daten auch externe Interviews vorliegen. Dies kann man durchaus. Bei der ersteren Gruppe ist das Antwortmuster inkonsistent, v.a. über die Zeit.
"Mein Vater ist trotz neuer Chemo gestorben."
Das tut leid aber was wollen Sie mir sagen oder unterstellen? Mein Vater ist ebenfalls an Krebs (Thymusdrüse) gestorben als ich 4 Jahre alt war.
Herzlichen Gruß, Steffen (Moritz)
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Steffen_Moritz,
30.07.2012, 11:39
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beatmeup,
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Tablettenschlucker,
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huge88,
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