Korellation von Depression und Ängsten

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 12.08.2012, 11:40 (vor 5118 Tagen) @ Steffen_Moritz

Hallo Herr Moritz,

einmal ein paar rein fachliche Fragen bzgl. der Studie und Deprexis:

So wie ich das verstehe, zielt das Programm ja auf eine Hilfestellung für von Depression betroffene ab und zwar nicht nur mit dem Ziel den Kreis von nicht direkt in Behandlung befindlicher Patienten abzudecken, sondern auch, damit sich diesen die Möglichkeit bietet, darüber ihre Hemmschwelle, sich zu einem Arzt zu begeben, abzusenken.

Auf die Frage, ob und in wie weit bei Deprexis von Ärzten vorgetäuschte Teilnehmer verwendet werden können, um über gruppendynamische Effekte jemanden zu überreden, sich in professionelle Behandlung zu begeben, erwarte ich keine Antwort von Ihnen, wenn sie denken, dass eine solche zum derzeitigen Standpunkt eine Beeinflussung der Studienergebnisse mit sich ziehen könnten.

Was mich jedoch interessieren würde ist, in wie weit man sich bereits Gedanken darüber gemacht hat, wie möglichst sicher gestellt werden kann, dass über solche digitalen Angebote nicht von Ärzten gesellschaftliche oder kurzfristig persönliche Verunsicherung ausgenutzt werden können, um eigentlich nicht behandlungsbedürftige Menschen zu "überreden", eine Behandlung zu benötigen, was auf Kosten der eigentlich Behandlungsbedürftigen ginge (z.B. ist ja eine gewisse depressionsähnliche, wenn auch zeitlich begrenzte, Phase nach z.B. dem Tod eines nahestehenden Menschens vollkommen normal).

In wie weit sehen sie das Programm eigentlich auch als einen Zustatz zu einer konventionellen Therapie, um Patienten im Bedarfsfall möglicherweise so eine Art zusätzlichen 24h/7days Zusatzansprechpartner anbieten zu können?

Meiner Einschätzung und persönlichen Erfahrung nach steht eine Depression bei uns Epileptikern oft auch sehr eng im Zusammenhang mit Ängsten, welche z.B. eine von der Gesellschaft isolierende Wirkung haben (wenn ich auf aktuellem Stand bin, kann man ja davon ausgehen, dass statistisch doppelt so viele von uns Epileptikern eine Angststörung als eine Depression entwickeln; entschuldigen Sie bitte, dass mir zur Schnittmenge gerade keine Zahlen vorliegen). In wie fern geht Ihre Studie und das Deprexissystem denn auf diesen Punkt ein?
In meinen Augen wäre in solchen Fällen nämlich zumindest eine begleitende Therapie der Ängste ebenso wichtig, wie die der eigentlichen Depression.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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