Scham.
Also meine Erfahrung ist eher, dass man mich fragt, wenn jemand das erfährt oder ich jemanden erzähle - also bei denen die mich zumindest schon zwei oder mehr Wochen lang kennen:
"Was, Du hast Epilepsie!? Das hätt ich ja nie gedacht!".
"Warum nicht? Ist doch häufiger als Altzheimer."(Da bin ich mir nie ganz sicher. Ich glaub, eigentlich ist nur der Prozentteil der Bevölkerung, die im Leben einen oder mehr Krampfanfälle haben, größer - aber bei so einem Gespräch bin ich da nicht der Erbsenzähler).
"Was?"
"Jep."
"Und Fernsehen und vor dem Computer sitzen macht Dir nix aus?"(Wieso die Leute immer ausgerechnet danach fragen
?)
"Nee, wieso sollte es?"
Was ich damit im Kern eigentlich sagen will: Man kann die Leute eigentlich ziemlich gut dabei "packen", ihnen nett vor Augen zu führen, wie wenig Ahnung sie eigentlich von Epilepsie haben und welche Klischees auf einen selbst nicht zutreffen - und, um's mit den Worten von einem meiner Komillitonen auszudrücken "wie sehr unsere Gesellschaft von DoctorHouse-Anfällen geprägt ist". Sicherlich hilfreich ist, wenn man darüber redet, so zu reden, wie über jedes x-beliebige andere Thema.
Ich schrei's natürlich nicht lauthals jedem entgegen, dass ich Epi habe. Aber eigentlich alle, die mich länger kennen, wissen davon.
Hast Du schon einmal versucht - ich mein, Du bist ja schließlich unsere große Schauspielerin hier
- Dir mal ein Gespräch vorzustellen, wie Du befürchtest, dass es laufen könnte und das dann als eine Art Monolog so durchzugehen, dass Du gezielt das Gespräch vom "negativen" weglenkst?
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
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- Scham. -
Maribelle612,
07.09.2012, 17:23