einen Anfall noch verhindern?

Marathon, LK Weilheim-Schongau, Wednesday, 05.06.2013, 22:03 (vor 4820 Tagen) @ kumpelinchen
bearbeitet von Marathon, Wednesday, 05.06.2013, 22:28

Naja, verhindern kann man ihn nicht, wenn es soweit ist. Man kann aber im Vornhinein einiges tun. Zum Beispiel auf ausreichenden, regelmäßigen Schlaf achten. Alkohol in gemäßigten Mengen, sich gewissen Reizen entziehen (also Disko mit Stroboskoplichtern meiden, Pausen beim Computerspielen usw.). Ich habe nun auch Fertiggerichte verbannt, z.B. auch Gewürzzubereitungen (Maggi, Knorr etc.) sowie Maggi-Würze, Brühwürfel etc. Dies alles enthält Glutamat, was u.U. Anfälle begünstigt.

Augen schließen hilft dabei meines Wissens nicht, zumindest nicht bei mir.

Wichtig ist, deine Familie, Freunde, Arbeitskollegen und Chef zu informieren. Das jeder weiß, vor allem die Ersthelfer, was mit dir im Notfall zu tun ist. Auch wenns vielleicht unangenehm ist, die Kollegen darauf anzusprechen, aber man verbringt nunmal viel Zeit auf Arbeit. Es sollte auch jeder wissen, wo du dein Notfallmedikament aufbewahrst. Ich habs immer in der linken Hosentasche.

Als Notfallmedikament habe ich Lorazepam (Tavor). Da reicht es, wenn mir das jemand beim Zappeln in den Mund steckt. Das löst sich schnell auf und wirkt rasch. Habe eben mal nachgelesen, man kann es auch zur Vorsorge nehmen, also wenn man eine Aura bekommt. Lora unterdrückt sogenannte "epileptische Potentiale". Allerdings ist man dann für den Rest des Tages ausgeschaltet, Lora wirkt sehr lange.

Es führt dazu das er entweder schneller aufhört oder ganz unterbrochen wird. Tavor ist ein sehr starkes Beruhigungsmittel, das krampflösend und muskelentspannend wirkt. Ich trage es immer bei mir, sonst machts ja auch keinen Sinn.

Ich würde dir empfehlen, trotz einer beschwerdefreien Zeit, dennoch ein Medikament zu besorgen und auch verantwortungsvoll aufzubewahren, sowie dich regelmäßig beim Arzt vorzustellen. Muss ja nicht alle 2 Wochen sein. Ich bin jetzt seit dem letzen Anfall im Herbst 2012 anfallsfrei, muss nun alle 4-6 Monate zum Neurologen.

Welches Notfallmedikament für dich richtig ist, muss aber dein Neurologe entscheiden.


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