einen Anfall noch verhindern?

mezeg, München, Sunday, 09.06.2013, 18:13 (vor 4816 Tagen) @ kumpelinchen

wow,
das ist natürlich super, respekt. das würde ich vermutlich mit meinen mitte 20 momentan nicht packen :-) war bestimmt ein toller tag!

Ja, ein herrlicher Tag! Durch Blumen geschmückte Dörfer und vernünftige Steigungen, zu einer kurz aber recht schroff, dann der Panorama. An der Stelle riskiere ich oft in "Kontemplation" zu versinken... Dann langgezogene Abfahrt mit Alpenblick. Abbiegen in einen Schotterweg, zu einem Schnuckenhof mit sonderbaren Metall-Kunstwerken, einer noch "echten" Wiese, nicht gepflegt, nicht gemäht, mit einer Orgie an Blumen. Dann durch einen kleinen Wald, Bäume so gut wie immer mit Füßen im Wasser (Moorteich in der Nähe), ich nenne es "Mangrove". Ein Froschkonzert erster Qualität...

Und wieder nach oben. Zuerst offen, mit Wiesen und Feldern auf den Hügeln, weiterhin Alpenblick, ein schönes Dorf mit guter Wirtschaft - aber keine Zeit - dann eine auf 2 km langgezogene Steigung durch den Wald, regelmässig aber mit zwei giftigen Kurven, keine Möglichkeit ab- und wieder zuzusteigen. Muß einfach ohne Hektik genommen werden. Dann wieder schöne Landschaft, schönes Dorf mit geschnitztem Balkon und witzigem Schild "Attenti al gatto!" (Vorsicht, Katze!).

Wieder eine steile Steigung. Rundblick und dann Abfahrt durch ein malerisches Dorf mit Lotosteich und niedlicher Kapelle. Ab dem Moment rollt es zügig.

Die Strecke fahre ich sehr oft, nicht nur als "Hügel-Training", sondern weil ich sie so mag und davon nicht müde werde. Habe auch andere nach diesem Schema, kürzer, länger, flacher...

Mit 20 hätte ich das nicht mal im Traum versucht. Und mit kleinen Kindern fährt man sowieso nicht weit. Erst als sie flügge wurden, unternahm ich immer mehr mit dem Rad.

Jetzt natürlich viel weniger aber weiterhin sehr regelmässig. Fast jeden Tag meine Stammrunde durch den Wald: 29 Km, fast kein Autokontakt. Ich nehme so gut wie immer die gleich Strecke, stelle das Rad auf Auto-Pilot und kann den Gedanken freien Lauf lassen. Wie heute, weil ich wegen Unwetterwarnung nicht weit fahren wollte.

Voll genoßen: Farb-, Licht- und Schattenspiele (habe mit "echten" Lichtern keine Schwierigkeit), Gänseblümchen, Butterblumen, Klee und noch Pusteblumen, manchmal halte ich, um eine auszupusten. Sehr selten ein "freies" Reh oder Füchse. Eichelhäher dafür öfter. Und es zwitscherte wieder um die Wette.

Mir schmeckt eine Radtour in schöner Landschaft besser als der beste Champagner. Mit Langzeitwirkung und ohne Kater.

Außerdem werden durch die Regelmässigkeit Herz, Kreislauf und Atmung bestens geölt und für heftigere Sportarten bestens vorbereitet.

mezeg

P.S. Nein, ich habe nichts getrunken!


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