Ängste

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 21.08.2015, 13:19 (vor 4013 Tagen) @ Naberchen

vor 3 Jahren hatte ich während meiner Mittagspause, in der ich spazieren gegangen bin, meinen ersten epileptischen Anfall und bin im Krankenwagen wieder zu mir gekommen.
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Nun habe ich vor 6 Wochen einen zweiten Anfall erlitten
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Mein Problem ist jetzt allerdings die Angst, die mich permanent begleitet. Ich mag kaum allein das Haus verlassen, fühle mich eigentlich nur in meiner Wohnung sicher. Der Weg zum Bus, ins Büro oder zum Einkaufen etc. macht mir echt Schwierigkeiten. Habt Ihr auch diese Probleme und wie geht Ihr damit um?

Hi!

Also was die Angst angeht: Es ist nix ungewöhnliches, erst einmal nach sowas verunsichert zu sein. Führe Dir einmal vor Augen, wie unwahrscheinlich es ist, dass Du schon ohne irgendwelche Medis einen Anfall hast. Wenn die Medis bei Dir anschlagen, geht das gegen 0.
Und selbst wenn was auf dem Weg passiert und Du stürzen würdest, wäre das nicht so schlimm. Gibt vielleicht ein paar unschöne Schrammen und das war's dann. Anfälle hören bei den meisten für gewöhnlich ja auch so von selbst wieder auf. Und zur Sicherheit für potentielle Ersthelfer und Ärzte, die Dich nicht kennen, einfach einen Zettel mit zwei, drei Infos bei Dir tragen (hab bei mir im Geldbeutel einen bei der Krankenkassenkarte, die einem sofort beim Aufklappen ins Auge springt und vorm Personalausweis ist).
Die Angst gibt sich für gewöhnlich von selbst und wenn nicht und es so schlimm wird, dass es einem das Leben einschränkt, sollte man sich professionelle Hilfe suchen.

Was hat sich in Eurem Leben verändert? Nur zur Info: ich bin 48 Jahre alt.

Vielleicht vornweg das Positive: Ich bin deutlich sportlicher geworden (hört sich blöd an, aber da ich in der Vergangenheit auf das Auto verzichten musste und noch lange danach freiwillig ausgesetzt habe, mach ich so gut wie alles mit dem Fahrrad). Am Anfang der Medikamenteneinstellung war ich eine Zeit lang abends stehend K.O. Leistungstechnisch hab ich aber keinen Nachteil. Hab bessere Noten als viele Kommilitonen, bin bald mit meinem Master fertig und bring es gleichzeitig fertig, einen Werkstudentenjob zu haben und ehrenamtlich im Sportverein tätig zu sein. Wegen der Medis trink ich keinen Alkohol (gibt wirklich gutes alkoholfreies Bier). Ich meide Schlafmangel (heißt aber nicht, dass ich nicht lange Feiern kann, aber halt nur, wenn ich ausgeschlafen bin und mich am nächsten Tag ordentlich ausschlafen kann). Hatte das Problem, dass meine erste Studiengangswahl suboptimal war und da dann 4 Semester quasi für die Katz waren und das Fach wechseln musste (aber wenn sich bei Dir durch den ersten Anfall noch nix arbeitstechnisch geändert hat, brauchst Du Dir da ja wohl eher keinen Kopf machen, nehme ich jetzt einmal an).

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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