Ängste
Lässt du dir von diesem Herrn etwa vorschreiben, was du zu tun und zu lassen hast?
Außer Auto fahren wurde alles so gemacht wie vorher:
Schwimmen gehen ins Wellenbad, Rutschen, vom Dreier springen, Tauchen, usw.
Selbst wenn er wusste, was ich in meiner Freizeit unternahm: Der konnte mich mal kreuzweise.![]()
Meine Bemerkung war fröhlich-amüsiert. Er hat mich über die Gefahr beim Schwimmen, beim Sturz in eine Wasserlache oder gar in der Badewanne gewarnt, das ist sein Job! Es war außerdem beim ersten Gespräch, als die Ursache für die Epilepsie noch nicht bekannt war, nur der Verdacht.
"Verboten" hat er mir sowieso nie etwas. Nicht einmal, als ich für eine undefinierte Weile auf der Hälfte der von ihm verschriebenen Dosis bleiben wollte. Nur sein Bedenken ausgedrückt, gleichwohl gesagt: "Wenn innerhalb sechs Monate keine Anfälle mehr kommen, ist es für Sie die richtige Dosis!" Und nicht triumphiert, als ich ihm nach zwei GM-Anfällen doch recht geben mußte.
Mir ist sehr wohl klar beim Schwimmen ein gewißes Risiko einzugehen. Besonders weil ich lieber in der "freien Welt" schwimme: See oder noch lieber im Meer. Dies auch noch besonders weit. Auch "vorher" ging ich auch schon ein Risiko ein. Allerdings mit persönlichem "Sicherheitssystem": nur wenn das Wasser ruhig und (einigerwassen) warm genug ist und ich wirklich Lust dazu habe. Irgendwann denke ich "Wie weit bin ich eigentlich vom Ufer?" und drehe mich zum Abschätzen um. Dann ist der Zauber irgendwie nicht mehr da und ich kehre kurz danach zurück, immer mit einer anständigen Kraftreserve.
Sollte ich trotzdem "definitiv" untergehen, wäre es nicht tragisch. Die Jüngste bin ich nicht und ich würde mir das Alzheimer meiner Mutter ersparen.
Der erste Neurologe hat leider gewechselt. Der Neuer reizte mich beim ersten Gespräch, weil er mich partout untersuchen wollte und von einer Erhöhung der Dosis gleich sprach. Habe ich widersprochen. Nach dem unerwarteten Anfall im Juli habe ich ihn auf Anweisung des KKH aufgesucht und alles berichtet. Auch über meine Entscheidung zuerst abzuwarten und sollte es doch wiedervorkommen die Dosis unsymmetrisch selbständig zu erhöhen. Dies nach dem Schema des Fachepileptologen, der ich vor drei Jahren aufgesucht hatte. Es scheint ihn amüsiert zu haben zu sehen, daß ich eine Strategie bereits geplant hatte.
Ich versuche keineswegs Ärzte zu erziehen. Gebe denen möglichst klare und ausführliche Informationen über das Problem, sowie meine Abschätzung / Einstellung darüber. Dann wird auf Augenhöhe an die Lösung gearbeitet. Geht selten schief.
mezeg
Hallo mezeg,
ich habe da schon Ironie herausgehört.
Aufklärung ist in Ordnung, aber manche Ärzte übertreiben es maßlos. Das ist bei mir leider so. Man hält mir immer wieder vor Augen, was etliche Jahre zurückliegt. Irgendwann kann man es einfach nicht mehr hören. Bin berets am überlegen, mir das nur noch einmal im Jahr anzutun. Bis dato bin ich alle drei Monate hingegangen. Meines Erachtens kann ich mir das schenken.
Gruß und ein schönes Wochenende
Mr. Tom
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Naberchen,
21.08.2015, 12:39