Wohnheim oder WG mit "Fachpersonal"für ältere Epileptiker ?

Maren, Tuesday, 11.07.2023, 13:01 (vor 342 Tagen) @ Anton

Hallo und guten Tag,

ich habe mir lange Gedanken über Deinen Post gemacht und finde, dass Du es zu schwarzsiehst und erneut ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen solltest. Du scheinst nicht zu wissen, dass der Aufenthalt in einem Seniorenheim mit weitreichenden Konsequenzen für dich abliefe. Der geistige Verfall, die Abnahme der kognitiven Fähigkeiten und das Dahinwegetieren in einem kleinen Zimmer, in dem auch nicht immer jemand für dich da sein kann, würde dich entmenschlichen.

Ich kann dich gut verstehen, dass Du mutlos bist, aber mit diesem Vorschlag würdest Du dir keinen Gefallen tun. Außerdem gibt es immer wieder verbesserte Behandlungsmethoden, von denen Du vielleicht profitieren kannst. Bei mir hat es über 30 Jahre gedauert, bis man mir helfen konnte. Ich führe heute ein selbstbestimmtes, ganz normales Leben. Wenn Du ins Heim gehst, meldest Du dich vom Leben ab, das ist nicht das, was Du dir vorstellst.

Etwas Ähnliches, was Du suchst, kenne ich aus Bielefeld-Bethel. Dort gibt es neben zahlreichen Kliniken auch Epilepsie-Kranke in Wohngruppen, die ja nach Krankheitszustand ganz gut miteinander harmonieren, lustig sein können und wenn sie können, auch noch arbeiten gehen. Das Ganze dort ist eine Einrichtung der Diakonie.


Hilfeangebote | Bethel
Für Menschen mit Epilepsie
https://www.bethel.de/angebote/fuer-menschen-mit-epilepsie

Hallo Anton,

danke für Deine konstruktive Antwort.
Epilepsie äußert sich bei jedem Menschen anders und ist immer unberechenbar. Ein Pflegeheim, und das ist ja das Problerm im Allgemeinen, ist für Menschen gedacht, die sich gar nicht mehr eigenständig und eigenverantwortlich im sozialen Umfeld bewegen können. Epileptiker sind aber meistens nicht " PFLEGEBEDÜRFTIG " sondern benötigen " Sicherheit". Diese Sicherheit im Alltag kann aber nur dann realisiert werden, wenn fast immer eine Person in der Nähe des Anfallträchtigen ist. Diese Sicherheit im Haus, auf der Straße usw. ist mir und anderen Epileptikern mit starken GM Anfällen aber leider nicht gegeben. Aus diesem Grunde suche ich eine entsprechende Wohngemeinschaft / haus mit anderen " behinderten" Menschen. Es sollte unter dem Motto geführt sein: Einer für alle, alle für Einen. Soll heißen; jeder passt auf den Anderen mit auf; am Tag und auch in der Nacht. . Nachts durch anwesende Betreuer die auch in den Nachtstunden mal ins Zimmer nach dem Rechten schauen.
Das geminsame soziale Miteinander ist eben wichtig und entscheidend. Ich suche also keine WG im klassischen Sinne sondern ein Haus mit 24 stündiger Betreuung , Überwachung und Hilfe, wie z.B. das Haus der Malteser in Erlangen " Junge Pflege". Leider gibt es so ein Haus mit fachmännischer täglicher und nächtlicher Betreuung nur in Erlangen nicht aber in NRW. Anmerkung meinerseits; Epilepsie ist nur von jenen richtig zu verstehen, die von der chronischen Krankheit betroffen und schon Arm, und Beinbrüche, Kopfverletzungen usw. durch massive Stürze erlitten haben.Der Betroffene ist " bewußtlos" und bekommt den Moment des Geschehens gar nicht mit, wacht erst nach dem GM Anfall wieder auf und erkennt erst dann mögliche harte Verletzungen, wie Loch im Kopf oder Armbruch usw. Epileptiker sind nicht in erster Linie pflegebedürftig oder unselbständig sondern benötigen " verantwortliche Geminsamkeit mit anderen Menschen." und dafür, so meine ich, ist der Staat verantwortlich und nicht Interessengemeinschaften aller Epileptiker oder Gemeinnützige Vereine wie auch die Malteser u.a. . Hier ist der Staat gefordert Abhilfe zu realisieren, da solche Einrichtungen, wie " Junge Pflege" sehr kostenintensiv sind.

Gruß
Maren

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