Wohnheim oder WG mit "Fachpersonal"für ältere Epileptiker ?

Maren, Tuesday, 18.07.2023, 13:51 (vor 335 Tagen) @ Lizzy

Guten Morgen Maren,

was du suchst, wird schwierig, zu realisieren sein. "Sicher ist, dass nichts sicher ist, selbst das nicht", das wusste schon Joachim Ringelnatz zu sagen. Ein Wohnheim mit 24 Stunden-Betreuung nützt dir auch nichts, wenn du draußen auf der Straße umkippst.

In einem Wohnheim erwartest du Hilfe von Menschen, die selbst Hilfe benötigen(Einer für alle,alle für einen)? Na ob das gut geht, ich weiß ja nicht so Recht...

Dazu kommt, das Anton recht hat. Du gibst die Verantwortung ab. Das mag bequem sein, aber die Handhabe über dein Leben hast du damit nicht mehr. Du musst dich nach deren Regeln und Abläufe halten, kannst nicht mehr tun und lassen, was du willst. Und wenn du willst, dass alles für dich übernommen wird und überall jemand an deiner Seite weilt, begibst du dich in die Rolle eines Kleinkindes oder eines Schwerstbehinderten. Ich denke nicht, dass du in diese Kategorien gehörst.

Es gibt doch zum Beispiel auch Sturzhelme. Die sind nicht schick, aber doch recht hilfreich.

Als Hilfen kommen noch die Smartwaches dazu, da bin ich grad selbst am suchen.

Und wenn es doch ein Wohnheim sein soll, vielleicht hilft ein Wohnortwechsel? In meiner Stadt zum Beispiel gibt es so ein Epilepsiewohnheim, wo immer jemand da ist und die sich auch damit auskennen. Aber das gelbe vom Ei ist das wahrscheinlich auch nicht.

Auf jeden Fall wünsche ich dir Alles Gute und dass du die für dich richtige Lösung findest. Und einen schönen Sonntag.


Guten Tag Lizzy,

mercie für Deine konstruktive Antwort. Ja, ich gebe Dir 100% tig Recht, wenn Du meinst, daß ein solches " Heim" für behinderte Menschen schwierig wäre zu finden. Ja, es zeigt mir, daß in unserem Gesellschaftssystem es nicht an " Pflegeheime" und " Altenheime" mangelt; im Gegenteil; das ist für viele Firmen, die in dem Bereich der Pflege und Co aktiv sind, ein tolles Geschäftsfeld , um sich dumm und dämlich zu verdienen. Ich selber wohne noch in einem " Seniorenpark" von Convivo AG ( pleite gegangen), da einfach die Gier größer war als der Verstand . Dort, wo ich noch zu Hause bin, im Seniorenpark ( Durchschnittsalter 70 bis 90 Jahre LOL ) habe ich, gem. Werbeversprechen von CONVIVO eine sog. " Betreuung" ergo ein betreutes Wohnen angetroffen. Leider, und das dedauer ich, daß der Begriff " betreutes Wohnen " nicht gesetzlich geschützt ist. Ich meine, wo Betreuung angeboten wird, sollte auch eine Betreuung gegeben sein. Dies ist aber oft nur ein " Werbeslogan" um ein altes und liquides Klientel zu melken ( Cash cow) . Jede Betreuung, so in meinem Haus bei Convivo . kann auch ich bekommen; wenn ich es bezahlen würde oder könnte. Dies ist aber leider nicht der Fall und würde meinen finanziellen Rahmen total sprengen. Hier, so meine ich, muß der Staat die Initiative ergreifen um diesen Misstand zu beheben. Es werden dringend Häuser benötigt, wo ++++""junge Menschen mit Handicap"+++ am Leben aktiv noch teilhaben können. Konkret meine ich, daß die dort zusammenlebenden jungen Menschen mit einer Behinderung ( MS oder Epilepsie oder starker Skoliose usw. ) tagtäglich eine fachbezogene Betreuung erfahren sollten. Die Malteser haben es in Erlangen vorgemacht unter dem Slogan :" Junges Wohnen - mit Handicap". So, wie dort , wäre es sinnvoll, entsprechende Häuser auch hier, in NRW, anzubieten. Die dort lebenden jungen Menschen agieren tagsüber zusammen; bereiten das Essen gemeinsam vor und gestalten die Tagesabläufe zusammen mit ihren Begleitern/Betreuern, so daß sie ein fast ganz normales Leben führen können. Jeder besitzt dort in Elangen sein eigenes Zimmer, seinen eigenen Welananschluss und erfährt eine ganz persönliche und konkrete Betreuung gem. seiner Behinderung. So ,und nicht anders stelle ich mir ein Haus für Heute und Morgen, wenn ich wirklich mal 60 jahre jung werden sollte, für mich vor. Epileptiker, und das betone ich hier ausrücklich und wehement, leben gefährlich und befinden sich einfach in täglicher " Lebensgefahr". Wichtig ist es, daß, auch wenn man hinfallen sollte, es Personen gibt, die einen auch unmittelbar nach einem Anfall, finden und sich kümmern. In einem Pflegeheim oder Altenheim wie auch in einem Haus mit " betreutem Wohnen, ist diese Sicherheit für jeden Epileptiker ( ganz nach Erscheinungsbild der Epilepsie) nicht gegeben. Es werden Milliarden Euro für die ganze Welt und für Kriege von unserer Regierung ausgegeben aber unser Staat ist nicht fähig, sich um Bürger, die Hilfe benötigen, sich systemkonform zu kümmern. Armes Deutschland!


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