Ein Leben ohne Grand-Mal-Krampfanfälle

Loge, Wednesday, 29.12.2010, 20:00 (vor 5711 Tagen) @ Mondenkind
bearbeitet von Loge, Wednesday, 29.12.2010, 20:07


Ja und? Wir wollen Kinder haben. Natürlich hoffen wir, dass sie gesund sind, aber wenn nicht, werden wir sie genauso lieben, wie wir ein gesundes Kind lieben würden.


Liebes Mondenkind,

es scheint mir, dass Du eher dem Lustprinzip in Deinem Leben den Vorzug gibst als der rationalen Vernunft.
Ich überlasse es den zu eigenen Gedanken fähigen Mitgliedern in diesem Forum sich ein Urteil über die Ethik eines Menschen zu bilden, der wie Du, auf die Problematik einer möglichen Vererbung von Epilepsie mit dem lapidaren Satz reagiert: "Ja und? Wir wollen Kinder haben".

Verantwortung ist in unserer heutigen Gesellschaft etwas, das rar geworden ist. Doch sich der Verantwortung einem Leben gegenüber mit dem Hinweis auf eigene, egoistische Gründe, die für eine hemmnungsloses und unüberlegte Fortpflanzung sprechen anzuführen, ist meiner Meinung nach aus ethischer und moralischer Sicht höchst "bedenklich".

Du hast, im übrigen den Inhalt meines Postings völlig falsch ausgelegt. Es geht darin nicht um den Abbruch von Schwangeschaft, speziell bei Epilepsie, sondern vielmehr um die zweifelhafte Ethik, die eine solche Möglichkeit in Erwägung zieht, und die auf vergangene Zeiten verweist, in der schon einmal zwischen "wertem" und "unwerten" Leben differenziert wurde.

Ich gebe jedoch - wiederum dem denkenden Teil der Leser in diesem Forum - zu bedenken, ob eine solche Ethik wirklich so zweifelhaft ist, wenn Menschen, sich ihrer Verwantwortung als mögliche Eltern bewußt und durch Verweis auf niedrige Beweggründe entziehen.
Es ist noch nicht so lange her, dass (geistig) Behinderten die Möglichkeit einer Fortpflanzung durch einen chirurgischen Eingriff genommen wurde, da sie selbst über die notwendige Einsicht, davon Abstand zu nehmen nicht verfügen. Ich hielt diesen Eingriff bis heute für ethisch bedenklich, muß aber wohl meine Meinung nach dem Posting von Mondenkind noch einmal überdenken.

Was Deine Meinung zu Alkoholmißbrauch betrifft, so frage einfach einmal Deinen Hausarzt danach, nach welchen Kriterien Alkoholismus beurteilt wird. Es geht eben nicht um die Menge konsumierten Alkohols, sondern um die Regelmäßigkeit. Du wirst Dich wundern, wenn Dein Hausarzt Dir das, was ich hier diesbezüglich behauptet habe, bestätigt. -

Für mich endet hier die Teilhabe an diesem Forum.


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