Ein Leben ohne Grand-Mal-Krampfanfälle

Mondenkind, Thursday, 30.12.2010, 12:35 (vor 5710 Tagen) @ Loge

Hallo Loge,

da du gesagt hast, dass du dich abmeldest, weiß ich nicht, ob du dies hier noch liest, aber ich möchte dennoch antworten:

es scheint mir, dass Du eher dem Lustprinzip in Deinem Leben den Vorzug gibst als der rationalen Vernunft.
Ich überlasse es den zu eigenen Gedanken fähigen Mitgliedern in diesem Forum sich ein Urteil über die Ethik eines Menschen zu bilden, der wie Du, auf die Problematik einer möglichen Vererbung von Epilepsie mit dem lapidaren Satz reagiert: "Ja und? Wir wollen Kinder haben".

Lustprinzip... sorry, wenn ich lachen muss... Wenn es danach geht, dass die Menschen darauf achten würden, welche Erkrankungen es in ihren Familien gibt, würden die Menschen spätestens übernächste Generation aussterben.

Und was bitte verstehst du unter "fähigen Mitgliedern"????
Ich beschäftige mich seit über 14 Jahren mit meiner Epilepsie, bin seit diesem Jahr auch aktiv in diesem Bereich tätig und habe schon mehrfach Lob von verschiedenen Seiten gehört, was ich wie, wann und wo mache - da lass ich mir nicht von jemanden, der mich nicht kennt sagen, ich wäre nicht fähig!

Verantwortung ist in unserer heutigen Gesellschaft etwas, das rar geworden ist. Doch sich der Verantwortung einem Leben gegenüber mit dem Hinweis auf eigene, egoistische Gründe, die für eine hemmnungsloses und unüberlegte Fortpflanzung sprechen anzuführen, ist meiner Meinung nach aus ethischer und moralischer Sicht höchst "bedenklich".

Zu deinem hemmungslos und unüberlegt:
Wie ich schon erwähnt habe, bin ich zurzeit dabei - nach der geglückten OP - mein eines Medikament (Levetiracetam) abzusetzen, und wenn das in etwa einem halben Jahr abgeschlossen ist, werde ich das Oxcarbazepin in Carbamazepin "umwandeln".
Dies ist alles mit meinem Neurologen und dem Epileptologen (im übrigen ein Arzt, der sich speziell für den Bereich Frauen und Epilepsie engagiert) der Uni-Klinik Bonn abgesprochen, da es so das geringste Risiko ist, dass mit dem Kind etwas ist. Aber ich erinnere mich, du hältst nicht viel von den ärztlichen Ratschlägen...
Und wie gesagt, ein Risiko ist immer da. Bei meiner Freundin, von der ich im vorigen Post geschrieben habe, ist in der ganzen Familie - weder bei ihr, noch bei ihrem Mann - Trisomie 21 bisher vorgekommen...

Es ist noch nicht so lange her, dass (geistig) Behinderten die Möglichkeit einer Fortpflanzung durch einen chirurgischen Eingriff genommen wurde, da sie selbst über die notwendige Einsicht, davon Abstand zu nehmen nicht verfügen. Ich hielt diesen Eingriff bis heute für ethisch bedenklich, muß aber wohl meine Meinung nach dem Posting von Mondenkind noch einmal überdenken.

Ich hoffe, ich habe mich "verhört" - das ... mir fehlen die Worte...

Für mich endet hier die Teilhabe an diesem Forum.

Wenn du meinst, das sei besser, ok, dann will ich dich nicht aufhalten.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für deine Zukunft!

LG
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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