OP in Großhadern & neues EEG

mezeg, München, Wednesday, 26.09.2012, 13:51 (vor 5073 Tagen)

Hallo - besonders Musica,

werde versuchen meine Erfahrungen in Großhadern darzustellen.

Den Termin wurde telefonisch persönlich vom Neurologen genommen, nachdem er mich innerhalb einer Viertelstunde sanft aber eindringlich zur OP überzeugt hatte.
Ich war in der Sprechstunde der Neurochirurgie, wurde ziemlich pünktlich aufgerufen.
Der Neuro-Chirurg schaute sich die MRT an, prüfte verschiedene Reflexe, schien beunruhigt zu sein und bat mich, im Wartezimmer wieder zu bleiben. Da wußte ich, daß die Lage ungünstig ist.

Als ich wieder gerufen wurde, war der Chefarzt da. Es wurde nochmals alles mögliche gefragt, z.B. ob ich - abgesehen von den nächtlichen Problemen :-( :-( :-( - etwas bemerkt hatte. Wurde gesagt, daß die OP unausweichlich war. Es war Anfang August. Habe ich gesagt, daß ich in der zweiten Hälfte September nach Frankreich geplant hatte zu fahren und der Chef-Chirurg wurde dazu gerufen, um einen passenden Termin zu finden. Wurde für zehn Tage später festgesetzt, der Chefchirurg sagte auch, daß die Größe des Meningeoms eine OP bald nicht mehr möglich machen würde.

Trotz aller Ernsthaftigkeit fiel mein Fahrradhelm auf und das Gespräch kam auf meine diesbezügliche Gewohnheiten, KM-Jahresleistung usw.. Als ich sagte, daß meine längste Tagesstrecke 142 km war, fragte der Chefchirurg sofort nach meiner Durschnittsgeschwindigkeit. Er war sehr erstaunt zu hören, daß ich sie nicht kenne und kennen will, mir geht es um die Landschaft. Wohl Rennradler-Typ.;-) ;-)

Dann wurde mir Keppra verschrieben und die üblichen Anweisungen vor OP, ASS stoppen usw.

Wurde an dem darauffolgenden Mittwoch eingewiesen, allerlei Untersuchungen, EEG, Augen (?), Gespräch mit der Anästhesistin, dann eben mit dem ersten Neuro-Chirurg, der mich m.E sehr ausführlich informierte. Kam dabei der Hinweis, daß die Ablatio nicht sicher vollkommen erfolgen kann :-( :-( :-( , weil das Meningeom auf einem Blutgefäß lag, das nicht geklemmt werden konnte. Und daß das Sprachzentrum betroffen werden könnte... Glurp!

Ein Student - Rasse und Klasse - war dabei, ehrfürchtig seinem "Meister" zuhörend. Und der erklärte ihm - nebenbei - daß es zwei Radler-Grundtypen gibt: Der Rennradler springt schnell nach der Arbeit auf sein Rad und zischt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 28 KMH - oder mehr - , Jahresleitungs an die 3.000 KM und der Alltagsradler, der zur Arbeit, zum Einkauf, zum Spazieren, im Urlaub usw. fährt, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 16-20 KMH aber 6.000 bis 8.000 Jahresleistung damit macht. Meine Kragenweite und wohl auch seine: Er erwähnte nebenbei, daß er eine Nabendynamo hat.

Also für solche zwischenmenschliche Themen fanden sie auch Zeit!

Und Du wirst für den Rest mir etwas Zeit gönnen müssen. Ich möchte jetzt meine tägliche unersetzliche Medizin nehmen: eine Runde im Wald.

mezeg


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