OP in Großhadern
also wieder da und mit Lasagne frisch gestärkt.
Als ich am Morgen der OP im Bett schlummerte, kam der Chirurg: Es war nicht mehr sicher, daß ich heute dran komme, weil ein Notfall gekommen ist. Habe geheult, wenn nicht am Donnerstag operiert, wohl nicht am Freitag, also Entlassung und irgendwann alles wieder von vorne? Ich konnte mich nicht beruhigen, wohl wegen des Beruhigungsmittel.
Wurde doch in der Mittagszeit noch weinend geholt. Im OP-Vorraum ausgezogen, mit einer schweren warmen Decke (wie vor Massagen) zugedeckt, dann die Gasmaske. Mußte nach zwei-/dreimal einatmen die Maske zurückschieben, weil ich einen starken Hustenreiz bekam. Dann wurde die Maske wieder aufgesetzt und ich war weg.
Bin in der Nacht in der Aufwachstation wach geworden. Habe plötzlich realisiert, daß ich mit der Schwester deutsch gesprochen hatte
und die anderen drei Sprachen hinereinander getestet. Also Sprachzentrum o.k.
In der Früh wurde ich vollständig gewaschen, keine Hektik. Zum Frühstück bekam ich eine Semmel, aß nur die Hälfte, ließ aber die andere für später.
Als ich wieder eingedöst war, kam mein Chirurg lächelnd, gab mir die Hand: "Die OP ist gut gelaufen, wir konnten alles rausnehmen". Mehr Details habe ich da wirklich nicht gebraucht und döste wieder friedlich ein.
Bin zwei Nächte und den Tag dazwischen in der Aufwachstation geblieben. Da muß ich einen Minus-Punkt vergeben. Die Schwester sprachen die ganze Nacht in normaler (hoher...) Lautstärke, es war sehr schwierig etwas zu schlafen.
Am Samstag Vormittag (also knapp zwei Tage nach der OP) wurde ich in die normale Station zurückgerollt, Netzhaube entfernt, Verband gewechselt, Sonde raus (oder war es später??), geduscht. Sollte/durfte am Tag darauf, selber duschen, Sitz in der Dusche vorhanden.
Lästig war die neue Bettnachbarin, alte Zicke (ja!), die sich bei der Schwester beschwerte, weil ich in der Nacht in Dunkelheit eine Kekspackung vorsichtig aufmachte, um das Sodbrennen (wg. Cortison) zu löschen. Es wurde ihr geantwortet, daß es sich um ein Krankenhaus und nicht um ein 5-Sterne-Hotel handelte...
Es hatte mich aber nervlich ziemlich angetastet.
Der Physiotherapeut kam ab Montag, aufstehen, ein paar Schritte machen, vorsichtig Stufen von der Treppe nebenan genommen. Am nächsten Tag das gleiche aber weiter. Am Mittwoche fragte er mich, ob ich es unbedingt brauche, die Bettnachbarin (die Zicke...) hätte es nötiger. Habe die Schwester gefragt, ob ich alleine nach unten gehen darf, klar doch, und ich leistete mir - so ein Genuß! - etwas Zeit im sonnigen Hof und dann ein Cappuccino im Café genoßen. Und selber die Tasse zurückgetragen, um zu sehen, ob die Hand zittert...
Am Montag wurde von dem einen netten Student Blut abgenommen, dabei hat er erzählt, daß die OP 5 Stunden gedauert hatte und sehr interessant war. Ich wurde auch zur Kontroll-CT gerollt.
Dienstag kam ein anderer Student, um den Verband zu erneuern. War mir bereits aufgefallen: arrogant oder nur zurückhaltend? Hatte bis dann mit ihm aber nichts zu tun und ich wollte es wissen. Habe ihm beim Verbinden auf ein Gespräch über Medizin gelockt, er hat nur kurz geantwortet aber es war mir klar: schüchtern! Bevor er mich wieder verband, habe ich die Narbe im Taschenspiegel sehen wollen... Frankenstein-mässig!
Visite kam abgesehen vom Wochenenden jeden Tag. Montag, ein Oberarzt, den ich noch nicht gesehen hatte aber im Oktober zur Kontrolle "bekam", sehr nett. Dienstag, der Chefchirurg (der Rennradler). Ich fragte ihn, wann ich nach Hause gehen kann, er grinste und sagte "Donnerstag oder Freitag".
Mittwoch Chefarzt-Visite mit einem ganzen Troß von Ärzten, Schwestern, Studenten. Mein Chirurg stellte mich vor als "Die Patientin ist Französin, sie spricht fünf Sprachen" "Vier!" habe ich korrigiert. Darauf fragte der Chefarzt, ob ich Linkshänderin sei, eine nicht geklärte Frage...
Die Kohorte ging an meinem Bett vorbei, am Ende der "schüchterne" Student, ich traf seinen Blick und er strahlte mich an, ich antwortete mit gleicher Münze. Ich war verblüfft, daß er so leicht zu "öffnen" war.
Danach Augenkontrolle.
Ab Montag kam eine andere Patientin ins Zimmer, auch Meningeom aber Lähmungserscheinungen, keine Epilepsie. Wir haben unsere Erfarungen ausgetauscht und verstanden uns gut. (Die Zicke war gerade in der OP.) Als mein Chirurg kam, um ihr die OP & Co zu erklären, hat er mich nicht gebeten, draußen zu warten. Wir saßen alle drei am Tisch, fast Kaffeekränchen und ich wurde auch in das Gespräch integriert. Kein Gefühl, unerwünscht/störend zu sein.
Störend war, daß diese Patientin nur eine Nacht in der Aufwachstation bleiben wollte und in der darauffolgenden Nacht im Zimmer besonders intensiv versorgt werden mußte. Sprich starkes Raumlicht. Hatte nicht daran gedacht, eine Augenmaske mitzunehmen, packe sie unbedingt ein!
gesamter Thread:
- OP in Großhadern & neues EEG -
mezeg,
26.09.2012, 13:51
- OP in Großhadern - mezeg, 26.09.2012, 20:26
- OP in Großhadern - Fortsetzung... - mezeg, 26.09.2012, 20:28
- neues EEG -
mezeg,
26.09.2012, 21:11
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Musica,
27.09.2012, 18:09
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28.09.2012, 10:36
- neues EEG - mezeg, 28.09.2012, 18:05
- kleines Gedicht... zur Lebensqualität -
mezeg,
30.09.2012, 09:37
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30.09.2012, 09:47
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30.09.2012, 11:12
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30.09.2012, 14:59
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30.09.2012, 14:59
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30.09.2012, 11:12
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30.09.2012, 09:47
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28.09.2012, 10:36
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27.09.2012, 22:50
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27.09.2012, 18:09