Mit den Nerven fertig als Angehöriger

mezeg, München, Friday, 07.06.2013, 19:03 (vor 4818 Tagen) @ seba

Hallo Sebastian,

ich wurde letztes Jahr beim gemütlichen Plausch im Straßencafé mit einem langjährigen Freund von einer Sprechblockade betroffen, die ich verzweifelt und natürlich erfolglos versuchte zu kaschieren. Er hatte mich so nie erlebt - bin erst seit kurzem dabei -, blieb aber ganz gelassen: "Laß Dir Zeit, ich gehe inzwischen zur Toilette", also für mich keine Spannung, keinen Druck, einfach loslassen können / dürfen. Als er zurückkam, war ich wieder sprachfähig. Er sagte danach: "Es ändert doch nichts!"

Ich habe dann begriffen, daß ich so angenommen werden kann, wie ich bin und war. Habe vorsichtig versucht, andere Leute aufzuklären, für den Fall, daß mich das Problem in ihrer Anwesenheit passiert, damit ich nicht mehr so verzweifelt rudern muß. Das Ergebnis war immer: "Wie sollen wir uns in dem Fall verhalten?" und dann ging das Verhalten in die üblichen normalen Bahnen zurück. Und für mich eine ungeheuere Erleichterung zu sehen, wie ich trotzdem akzeptiert werde. Stehe dadurch auch dem Problem erheblich entspannter gegenüber.

Es ist eine blöde Situation aber man kann sie meist sehr gut meistern. Viele andere sind viel dramatischer, wie wäre mit Krebs, Alzheimer & Co.?

mezeg


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