Anfälle Grand mal / umherlaufen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 01.02.2015, 11:34 (vor 4214 Tagen) @ Berliner11

Vielleicht zuerst einmal gleich vorweg: Lassen sie sich bloß nicht verunsichern von Dingen, die Sie im Internet über die Medikamente lesen (oder von den Beipackzetteln). Im Internet finden sich hauptsächlich berichte von denen, die es mal schwer hatten oder noch schwer haben. Anfallsfreie sind dort klar unterrepräsentiert.

Und ja, klar wollen wir wissen, was er für eine Epilepsie hat! Er hat so unterschiedliche Anfälle. Das muss man für sich selbst einordnen können.

Sorry, wenn ich das sagen muss, aber eine klare Bezeichnung kann man einer Epilepsie bei einem großen Anteil der betroffenen nicht geben.

Auch, um z wissen, ob dass Medikament das richtige ist. Mir scheint, als wäre da keine richtige Anamnese und Diagnose erfolgt.

Selbstdiagnose (ich hab den Eindruck, Sie versuchen das im Internet zu betreiben) funktioniert bei Epilepsie nicht. Im Endeffekt gibt's nur ein paar Dinge, die man unterm Strich in der Regel machen kann und auch sinnvoll sind:
- Erzählungsbericht anhören
- Lebensgeschicht ansehen (Zangengeburt, Hirnhautentzündung, Unfälle)
- Familiengeschichte etwas durchforsten
- EEG aufnehmen (Auffälligkeiten darin sprechen aber alleine genausowenig für eine Epilepsie, wie fehlende Auffälligkeiten gegen eine sprechen)
- in begründeten Verdachtsfällen CT beim ersten Mal als Akutmaßnahme um z.B. Blutungen im Gehirn auszuschließen
- mit einfachen Tests (z.B. dem Finger mit den Augen folgen) grundlegende neurologische Funktionen überprüfen
- MRT um Hirntumore auszuschließen oder Narbengewebe von z.B. Unfällen als mögliche Ursache aufzuspüren
- EKG um z.B. schwere Herzrythmusstörungen und eine daraus möglicherweise resultierende Sauerstoffunterversorgung des Gehirns auszuschließen
- Blutbild, um die Elektrolyte und ein paar andere Werte zu checken

Was darüber hinaus geht, z.B. Langzeit-EEG in einer Fachklinik, ist oft erst dann sinnvoll, wenn sich kein Therapieerfolg einstellt. Und bis man in einer solchen einen Termin bekommt (kann locker ein halbes Jahr aufwärts dauern), möchte man (gerade am Anfang, wenn noch viele Medikamente zur Auswahl stehen und man gute Chancen hat, was passendes zu finden) nicht warten, sondern lieber gleich eine Behandlung beginnen.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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