Epi-Betroffene in der Ukraine

pegasus, Samstag, 30.04.2022, 14:51 (vor 19 Tagen) @ spacelad

Der Reihe nach:

Ich finde es schon sehr polemisch, dass du denkst, dass das hier in Deutschland so mir nichts dir nichts so einfach verschwinden würde mit dem Medikamentenmangel.

Hier mal ein Beispiel aus diesem Forum:

https://forum.epilepsie-online.de/index.php?id=90390

Da hatte doch tatsächlich jemand ein Problem sein Medikament zu erhalten. Es gibt noch mehr solcher Themen in diesem Forum, wo ein Medikament gegen Epilepsie einfach nicht lieferbar gewesen ist. Ebenso ist es so, dass sich dieses Problem mit dem Lieferschwierigkeiten nicht nur auf Medikamente gegen Epilepsie beschränkt, sondern auf immer mehr Medikamente zu trifft. Das mag dir zwar nicht gefallen, aber wie ich schon geschrieben habe, hatte ich erst neulich eine Reportage darüber gesehen und die Teile ich nun auch mit dir:

https://www.youtube.com/watch?v=JHu377kCbhA

Aber du hast dennoch Recht, dass es sich hierbei um eine Verschwörungstheorie handelt, dass die Pharmaindustrie das teilweise in vollster Absicht herbeiführt.

Nun zum Konflikt selbst.

Ich halte es für gefährlich, dass man hier nur Russland die Schuld geben will. Es ist nicht so, dass ich diesen Konflikt kleinreden will oder ihn gutheiße, aber was wir uns in unserer westlichen Welt hier auf diesem Planeten schon herausgenommen haben, wächst auf keine Kuhhaut. Wenn es nach diesem Maßstab geht, der gerade bei Russland angewandt wird, dann waren die letzten Präsidenten der USA alle samt Despoten, genauso wie unserer Politiker und auch andere, die sich an Kriegen beteiligt haben. Niemand auf diesem Planeten, hat wenn es um völkerrechtliche Aspekte geht, irgendein Recht dazu irgendwo einzumaschieren, dort alles platt zu machen und sich dann so hinzustellen als sei es durch irgendetwas gerechtfertigt.

Wenn du also davon sprichst, dass Russland hier die Schuld trägt, dann solltest du daher auch berücksichtigen, dass WIR es sind, die Russland die ganze Zeit immer wieder kleine Stiche zugefügt haben. WIR waren es, die unsere jeweiligen Regierungen dazu legimitiert haben, dass diese Sanktionen auch immer wieder erweitert wurden. WIR waren es, die uns als moralisch überlegen gegenüber Russland verhalten haben, obwohl WIR nicht im geringsten besser sind usw usw usw.

Es heißt nicht ohne Grund, bevor man mit einem Finger auf andere zeigt, sollte man sich zuerst an die eigene Nase fassen und das beste aktuellste Beispiel dafür ist Afghanistan. WIR haben uns mehrheitlich von der Regierung belügen lassen, dass es da u.a. um Mädchenschulen gehen würde und was war am Ende mit den Mädchenschulen? Es hieß, es ging niemals um eben diese Schulen. Wir sind da eingefallen, haben die Taliban angeblich bekämpft und dann sind die jetzt trotzdem wieder an der Macht.

Manchmal denke ich, es sollte hier grundsätzlich einmal die Logik noch einmal neu justiert werden. Da ist ein Land wie Russland und die NATO rückt immer mehr ran an die Grenzen von Russland. Das Russland das nicht möchte, aus eigenem Sicherheitsinteresse ist für mich nachvollziehbar, aber dennoch sind WIR dagegen, dass Russland das nicht will. Wir setzen, wie schon erwähnt, immer wieder neue Stiche gegen Russland und dann wird sich darüber gewundert, dass die es dann auch noch wagen sich auf einmal zu wehren.

Vergleichbar ist das ganze, wenn man es ganz genau nimmt, mit Mobbing. Dem Mobbingopfer führt man immer wieder kleine Stiche zu und wenn sich dann das Opfer wehrt, fühlt man sich als Täter dann selbst als Opfer.

Ich kann da ehrlich gesagt nur den Kopf schütteln.

Und ja, ich finde immer noch, dass der junge Mann selbst schuld hat. Er hätte sich nicht zum Dienst verpflichten müssen als an Epilepsie erkrankter Mensch kann man immer damit argumentieren, dass man das nicht darf und es aufgrund der Selbst- und Fremdgefährdung nicht wirklich sinnvoll ist, aber er hatte sich dafür entschieden den Dienst zu machen und das weswegen?

Bei all deinen Texten geht das nicht im geringsten irgendwo heraus. Du nimmst einfach nur an, dass es nachvollziehbar sein soll, dass ein junger Epileptiker den Dienst an der Waffe tut, doch für mich ist es das nicht. Wir lernen, wenn wir denn unseren Ärzten zuhören würden, dass wir Stress vermeiden müssen, wenn es den geht und dieser junge Mann hatte die Wahl. Entweder Stress durch den Krieg an sich oder eben noch mehr Stress durch den Dienst an der Waffe.

Also warum sollte ich diesen jungen Mann bemitleiden? Er hatte sich ganz klar dafür entschieden, dass er neben den Stress des Krieges noch den Stress in der Armee haben möchte und das verdient in keinster Weise irgendein Mitleid. Wäre das jemand, der nur den Krieg miterlebt, würde das ganz sicher bei mir anders aussehen ... Aber so ...?

Nö, selber schuld sage ich da und das meine ich auch so!


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