Vor 10 Jahren SHT jetzt 1. Anfall !richtige Diagnose?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 12.02.2014, 19:35 (vor 4568 Tagen) @ Mazulog

Mein erstes Gespräch beim Neurologen hatte ich vor ca 4 Wochen. Sie teilte mir sofort mit, das ich Epileptiker bin und jetzt ein lebenlang Tabletten nehmen müsste.

Also ich sag's mal so: Wenn man sich die massive Provokation ansieht, die Du Deinem Körper zugemutet hast, kannst Du das Glück haben, vielleicht in ein paar Jahren wieder von den Tabletten loszukommen. Narbengewebe ist natürlich immer ein Risikofaktor, aber die Frage ist da immer, ab wann der zum Tragen kommt. Aber die nächsten Jahre muss sich vermutlich erst einmal Dein körpereigener Selbstschutz reparieren. So ein Anfall ist wie eine Art Dammbruch.

Aber mal was ganz anderes:

Im Job mußte ich alleine 4 Projekte steuern und aktiv mitarbeiten. Neben den neuen Arbeiten kamen natürlich noch die üblichen Probleme dazu. In der Zeit habe ich unregelmäßig gegessen, wenig getrunken und auch schon mal 12 h gearbeitet.

Entschuldige, aber 12 Stunden Arbeit pro Tag? Ich mein ich bin im Bereich IT auch tätig und bei uns gehen die Chefs in die Luft, wenn jemand die gesetzlich maximal zulässigen 10 Stunden am Tag vollbekommt und stellen zur Not temporär Hilfskräfte ein (ließ mal hier: https://www.justiz.nrw.de/Gerichte_Behoerden/fachgerichte/Arbeitsgericht/...). Das ist in sofern auch wichtig, weil einige Versicherungen es nutzen können, um nicht zahlen zu müssen, wenn sie für einen Schaden z.B. auf dem Nachhauseweg nach so einer Zeitüberschreitung in Anspruch genommen werden. Habt Ihr eigentlich irgendsowas einen Betriebsrat?

Außerdem verbot sie mir meinen Sport, den ich seit 20 Jahren mache. Sie verbot mir das Schwimmen.

Von was für einem Sport sprechen wir hier denn? Grundsätzlich spricht nichts gegen viele Sportarten, auch nicht gegen das Schwimmen, wenn entsprechend jemand dabei ist, der Bescheid weiß und Dich im Zweifelsfall trotz Krampfens abschleppen könnte. Ließ auch einmal hier z.B. unter der Rubrik "Sport und Epilepsie": http://www.dgfe.info/home/index,id,32.html

Ich bin mit der Diagnose und den Tabletten, die ich jetzt nehmen soll überhaupt nicht zufrieden. Ich hatte unbestritten einen Anfall und bin zusammengebrochen. Aber wieviele Menschen brechen auch ohne Vorschäden einfach aus Überlastungen zusammen und können nicht mehr.

Wenn Du Dich absichern willst, hol Dir eine Zweitmeinung ein. Aber vergiss nicht, dass es etwas anderes ist, ob jemand einfach nur zusammenbricht, oder zusammenbricht und krampft, oder beides und Deine Vorgeschichte hat. Ich an Deiner Stelle würde zumindest vorerst zur Sicherheit den ärztlichen Rat befolgen und die Tabletten nehmen. Wie gesagt, so ein einmaliger Anfall kann wie ein Dammbruch sein. Und wenn nix mehr weiter ist kannst Du die Tabletten dann ja in Absprache mit den Ärzten in ein paar Jahren kontrolliert wieder versuchen, abzusetzen.

Ich möchte die Tabletten absetzen und wieder ohne leben. Gibt es Leute denen es ähnlich erging und die jetzt ohne Medikamente lebe? Wie setzt man sie ohne Nebenwirkungen ab?

Die Fälle, in denen jemand mit richtiger Epilepsie die Tabletten absetzen kann und dann anfallsfrei ohne lebt, sind besonders im Erwachsenenbereich recht selten und rar. Im Kindes- und Jugendalter gibt's da ein paar Formen, die nix mit Vernarbungen zu tun haben und sich verwachsen. Aber wie gesagt, im Erwachsenenbereich ist das eher selten. Nebenwirkungsfreies absetzen ist, zumindest wenn man sie länger eingenommen hat, ein längerer Prozess, der von Ärzten geplant wird. Da wird dann schrittweise die Dosis reduziert, damit der Körper keine Entzugserscheinungen bekommt - welche selbst Anfallsauslöser sein können und man will ja während des Absetzens beobachten, ob etwas passiert und das dann auch möglichst sicher in eine Ecke einordnen können.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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