Vor 10 Jahren SHT jetzt 1. Anfall !richtige Diagnose?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 13.02.2014, 09:00 (vor 4567 Tagen) @ Mazulog

Kann man dem nicht mit genügend Sport den Kopf entspannen?

Das kommt darauf an, aber zuerst möchte ich einmal, damit wir nicht aneinander vorbeireden, ein paar Begriffe klären. Wenn ich hier von Stress spreche, rede ich hier nicht alleine von Arbeitsstress oder wenig Zeit haben und gehetzt sein. Wenn ich im Zusammenhang mit Epilepsie von Stress spreche, meine ich primär "Trigger", die Anfälle auslösen und die können sehr stark und unterschiedlich sein. Beim einen sind es klassische Dinge wie zu wenig Schlaf, beim anderen eine Tasse Kaffee bzw. Koffein, beim anderen was komplett anderes. Zu viel von dem Trigger - und zack.
Und Trigger sind nicht zwingend Dinge, die man mit Sport oder Entspannungsübungen ausgleichen kann.

Es gibt Studien, die Zeigen, dass Sport epilepsietypische Potentiale im EEG verringern kann(siehe auch http://www.dgfe.info/home/showdoc,id,401,aid,767.html). Genauso gibt es aber auch Einige, bei denen die selben Entspannungstätigkeiten(nehmen wir mal Meditation um das ganze etwas zu erweitern) genau den gegenteiligen Effekt haben können. Und bei manchen treten die Anfälle erst in der Entspannungsphase nach dem eigentlichen Stress auf.
Da kann man nix verallgemeinern. Epilepsie ist eine sehr individuelle Krankheit.

Ich bin Rettungsschwimmer und habe gleich nach meinem Unfall 2004 wieder damit angefangen. In den Jahren 2007, 2008 und 2009 habe ich sogar extrem viel gemacht. Ich hatte 3 mal die Woche Training vom Rettungsschwimmen und war an den übrigen Tagen noch laufen!

Das mit dem aktiv Rettungsschwimmer sein, würde ich an Deiner Stelle erst einmal sein lassen. Niemanden wäre geholfen, wenn Du am Ende jemanden abschleppst und dabei etwas passieren würde. Gegen ein Training zusammen mit anderen Rettungsschwimmern sollte aber, nach allem was Du erzählt hast und ich als Laie weiß, nix sprechen. Ich mein viel besser als bei so einem Training, umgeben von anderen Rettungsschwimmern, kannst Du nicht im Wasser aufgehoben sein.

Das immer schwierige Absetzen je länger man die Dinger nimmt ist mir bewusst. Daher möchte ich sie ungerne länger als jetzt nehmen! ( mittlerweile schon fast ein halbes Jahr!)
Die Medikamente machen den Körper doch in deiner Art abhängig! >Warum kommt es sonst zu Anfällen, wenn man die Dinger absetzt?

Nicht jede Form der Abhängigkeit ist zwingend schlimm. Das ist ja nicht wie bei einer Sucht, wo man das Verlangen nach mehr und immer mehr hat. Aber der Körper passt z.B. seinen Stoffwechsel nun einmal an die Medikamente an und braucht dann halt auch ein wenig Zeit, den wieder auf normal zurück zu stellen.
Und es kommt nicht zwingend bei jedem zu Anfällen beim Absetzen, nur weil das statistische Risiko erhöht ist. Du musst da immer mit einkalkulieren, dass in solchen Zahlen auch die Epileptiker mit einfließen, die das Absetzen wagen und bei denen das schief geht.

Ich habe demnächst noch bei einem Prof. Dr. einen Termin. Er ist spezialisierter Epelileptologe!

Das ist doch ne gute Sache. Ich vermute, Du hast dann einen Termin in einer Epilepsieambulanz?

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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