Eine schwere Entscheidung ...

Andreas, Thursday, 19.08.2010, 00:08 (vor 5844 Tagen) @ Lego

Hallo zusammen,

so sehr ich auch mit Dir in Deinen Aussagen übereinstimme, Lego, Deine Vorfreude auf den weiteren Verlauf dieser Diskussion kann ich nicht teilen - obwohl mir wirklich viel an derartigen Diskussionen liegt.

Denn leider passiert es immer wieder, dass Aussagen völlig aus dem Kontext gegriffen und dadurch sinnentfremdet werden. Daher wiederhole mich jetzt schon zum Xten Mal, indem ich sage, dass es ein GROBER BEHANDLUNGSFEHLER ist, wenn der Homöopath oder ein anderer Heilpraktiker oder aber auch ein naturheilkundlich orientierter Arzt die eingestellten Antiepileptika gleich zu Beginn der Therapie radikal absetzt. Die Gefahr eines Wiederauftretens bzw. einer deutlichen Verschlimmerung des derzeitigen Zustandes ist viel zu groß.

Andererseits habe ich behauptet, dass die naturheilkundliche Behandlung nicht zwangsweise abgebrochen werden muss, wenn weiterhin Anfälle auftreten. Ich habe das auch an einem Beispiel verdeutlicht. Selbstverständlich müssen zur Beurteilung der Mittelwirkung bestimmte Parameter hinzugezogen werden. Bei stetig nachlassender Heftigkeit und/oder Häufigkeit der Anfälle unter homöopathischer Therapie wäre es sicherlich nicht sinnvoll, die Therapie abzubrechen. Im Gegenteil: wenn es keine anderen Parameter gibt, die eindeutig gegen die Fortführung sprechen, wäre das ein wünschenswerter Behandlungsverlauf mit guter Aussicht auf dauerhafte Besserung.

Das Beispiel mit den Bachblüten habe ich übrigens angeführt, um zu zeigen, dass die Gräben zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde nicht so tief sind, wie manche Leute noch immer glauben. Und selbst Hochschulprofessoren sind bereit, eigene Erfahrungen jenseits pharmazeutischer Wirksamkeitsnachweise zu machen. Daher hat mich der erwähnte Artikel bzw. die Reaktion vieler Ärzte darauf einerseits überrascht, andererseits aber auch sehr positiv gestimmt.

Ich bin überhaupt kein Gegner der Schulmedizin, das möchte ich auch noch einmal ganz deutlich herausstellen, und mindestens genauso wichtig wie die Therapie an sich ist das Vertrauen, das man als Patient in seinen Behandler hat.

In diesem Sinn wünsche ich jedem Patient einen Behandler, dem er vertraut.

Gute Nacht.

Andreas


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