Eine schwere Entscheidung ...

Andreas, Friday, 20.08.2010, 14:57 (vor 5842 Tagen) @ Mondenkind

Jetzt zur Homöopathie:
Einerseits stimme ich zu. Homöopathie ist interessant und gut. Ich gehe in meinem Ort in eine Apotheke, die sich auf Homöopathie und Naturheilmittel spezialisiert hat. Dort bestelle ich auch meine Antiepileptika vor und hole sie dort ab. Von dem her wissen sie, was ich für Medikamente einnehme und warum. Sie haben mich noch nie darauf angesprochen, dass sie da etwas gegen die Epilepsie haben.

Hallo Mondenkind,

gerade darum geht es mir doch: Das wäre auch keine Homöopathie!!! Mal schnell über den Ladentisch eine Packung Globuli gegen Epilepsie zu verabreichen wäre, als ob man sich bei Kopfschmerzen mit einer Nadel in den Finger sticht und dann sagt: naja, ich hab's ja versucht, aber Akupunktur wirkt einfach nicht. Ein Apotheker ist kein Homöopath, auch wenn er die Mittel über die Theke gibt. Genausowenig geht man doch mit einem Motorschaden zu einem Autohändler, sondern in eine Werkstatt. Wenn sich Dein Apotheker zwei Stunden Zeit für eine ausführliche Anamnese nimmt und Dir dann ein Mittel verordnet, sieht die Sache schon anders aus.

Eine Freundin eines Bekannten hatte Epilepsie. Sie fand, dass ihre Medikamente nicht halfen und wechselte zu einem Homöapathen. Es ging monatelang gut - keine Anfälle. Dann bekam sie den größten Anfall, den sie bisher hatte - einen Status epilepticus (mehrere Anfälle hintereinander - ohne Unterbrechung). Sie war alleine zu Hause, keiner konnte ihr helfen.
Ihre Familie fand sie Stunden später tot im Badezimmer...

So dramatisch der Fall leider ist, so wenig können wir hier einschätzen, was tatsächlich vorgefallen ist. Einerseits haben die schulmedizinischen Mittel scheinbar keinerlei Wirkung gezeigt, also sind offensichtlich trotz verschiedener Medikation noch immer Anfälle aufgetreten. Wie häufig und wie heftig? Wir wissen es nicht. Vielleicht war ja ein rasch wachsender Hirntumor der Auslöser, und da sind auch die homöopathischen Möglichkeiten sehr begrenzt.

Wie gesagt, es geht mir nicht um das "entweder-oder", sondern um das Zusammenspiel der Schulmedizin mit der Homöopathie bzw. anderen naturheilkundlichen Therapien. Und wenn sich doch schon die Ärzte zusehends für alternative Methoden öffnen, warum wird dann unter den Betroffenen teilweise (ich beziehe das jetzt nicht auf Deinen Beitrag, also bitte nicht falsch verstehen) so einseitig argumentiert? Das will irgendwie nicht so richtig in meinen Kopf.

Viele Grüße.

Andreas


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