Eine schwere Entscheidung ...

Andreas, Thursday, 19.08.2010, 13:38 (vor 5843 Tagen) @ Ela

Selbst wenn die Leute bei den Anfällen nicht "aus den Latschen kippen" sagt das an sich nichts darüber aus, inwieweit sich die Leute durch die Anfälle belastet fühlen, oder?!

Da bin ich ganz Deiner Meinung, und deshalb sollte die Anfallsfreiheit auch oberstes Therapieziel sein. Habe ich auch schon mal erwähnt, oder?

Für mich auch unverständlich eine bestehende Medikation beizubehalten, wenn sich an der Anfallssituation nichts ändert. Wozu soll das gut sein?

Hier bin ich bedingt einverstanden, weil man das von Fall zu Fall differenziert beurteilen muss. Im Idealfall klingen die Beschwerden unter homöopathischer Behandlung (das gilt nicht nur für Epilepsien, sondern auch für Hautausschläge, Kopfschmerzen usw.) stetig ab, d. h. das Anfallsmuster ändert sich, die Dauer der Anfälle verkürzt sich, die Eintrübung, Unruhe, Verwirrtheit etc. nach dem Anfall sind nicht so anhaltend, die Aura ist nicht so intensiv, usw.

Dass es - eben je nach Fall - nicht zu einem sofortigen Anfallsstopp kommt, liegt daran, dass die Homöopathie eine Umstellungstherapie ist und der Körper zu einer Reaktion gebracht werden soll. Hier liegt der Unterschied im Ansatz zwischen Schulmedizin und Homöopathie; denn bei der Schulmedizin sollen die Anfälle sozusagen abgeschaltet werden. Problematisch dabei ist, dass der eigentliche Krankheitsprozess davon meist nicht berührt wird, d. h. die Mittel müssen mit der Zeit umgestellt oder höherdosiert werden.

Und Lego, mal ganz ehrlich, keine Homöopathie der Welt könnte etwas an Suizidgedanken aufgrund einer Medikation ändern, das ist absoluter Wunschglauben.

Diese Aussage verstehe ich leider nicht ganz, könntest Du das etwas präzisieren?

Was mich dann noch interessiert, ist, was man denn nun genau unter ganzheitlicher Behandlung versteht.
Eine solche Behandlung erlebe ich bei der homöopathischen Behandlung, nicht aber in der Schulmedizin.


Das ist vermutlich eine Definitionsfrage Lego

Das lässt sich auch einigermaßen definieren: Ganzheitlichkeit heißt, dass der Therapeut alle Aspekte des Patienten betrachtet und in seine Überlegungen einbezieht. Dazu gehören neben dem akuten Krankheitsbild etwaige Nebenbeschwerden, sonstige chronische Krankheiten, bisherige Operationen, Unfälle, Verletzungen, familiäre Dispositionen usw. Daneben spielt das Verhalten bzw. die psychische Situation oft eine entscheidende Rolle. Und diese Parameter sind letztlich nicht nur für die Mittelwahl, sondern auch für die Beurteilung der Mittelwirkung von Bedeutung.

ich sehe mein Kind eben nicht als einen "Fall von Epilepsie" behandelt.
Wir haben ausreichend Zeit unsere Situation und Probleme beim Arzt zu schildern (wobei ich da auch ganz ehrlich keine 1,5 Stunden für brauche).Mein Kind ist eben nicht "der diffizile Frontallappenfall", sondern ein Mensch, dessen Probleme in der Schule, Familie auch entsprechend berücksichtigt werden.

Unserem Arzt muss ich nicht nach 3 Monaten noch einmal erzählen, welche Probleme wir mit welchem Medikament hatten.Er hat mir Kontakte zu einer Selbsthilfegruppe vermittelt, einen gescheiten Kinderpsycholgen empfohlen...warum um Himmels willen sollte ich noch zu einem HP gehen?

Es ist doch wie gesagt ganz wichtig, dass man einen Therapeuten findet, dem man vertraut. Und es ist schön, wenn Du für Dein Kind einen solchen Arzt gefunden hast. Welchen Therapieweg man letztlich beschreitet, bleibt einem schließlich selbst überlassen. Was mich an solchen Diskussionen aber stört, ist, wenn behauptet wird, alternative Methoden seien völlig unwirksam. Wer negative Erfahrungen gemacht hat, kann sich seine Meinung bilden und diese natürlich auch äußern. Aber dabei sollte man nicht mit zweierlei Maß messen und einfach zugestehen, dass Fehler - leider immer zum Nachteil der Patienten - auf beiden Seiten passieren können.

Schönen Tag noch.

Andreas


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